Sucht + Abhängigkeit

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Sucht + Abhängigkeit2026-01-06T21:33:06+00:00

Allgemeines

Sucht ist selten „nur“ ein fehlender Wille. Viel häufiger ist sie ein erlerntes, neurobiologisch verstärktes Muster: Ein Stoff oder ein Verhalten wirkt kurzfristig beruhigend, betäubend, belebend oder tröstend – und wird dadurch immer attraktiver. Mit der Zeit entsteht daraus eine Gewohnheitsschleife aus Auslöser → Verlangen → Konsum/Handlung → kurzfristige Erleichterung → langfristige Nachteile.

Abhängigkeit kann dabei stoffgebunden sein (z. B. Alkohol, Nikotin, Cannabis, Kokain, Amphetamin, Medikamente) oder nicht stoffgebunden (z. B. Glücksspiel, Gaming („Zocken“), Social Media, Pornografie, Kaufen, Arbeiten). In beiden Fällen gilt: Je früher du ansetzt, desto leichter lässt sich der Kreislauf unterbrechen.

Woran du Abhängigkeit oft erkennst

Typische Hinweise sind zum Beispiel:

Kontrollverlust (du nimmst dir etwas vor – und tust es trotzdem)
Toleranzentwicklung (du brauchst mehr, um die gleiche Wirkung zu spüren)
Entzugs- oder Unruhe-Symptome (Reizbarkeit, Schlafprobleme, innere Leere, Nervosität)
Einengung (das Thema nimmt immer mehr Raum ein)
Konsequenzen (Beziehungen, Gesundheit, Arbeit/Finanzen leiden – und es läuft weiter)
Scham & Heimlichkeit (du versteckst, rechtfertigst oder spielst herunter)

Ursachen & aufrechterhaltende Faktoren

Sucht entsteht selten aus „nichts“. Häufig spielen mehrere Ebenen zusammen:

Stress & Überforderung (Druck, Anspannung, Erschöpfung)
Emotionale Regulierung (Angst, Trauer, Einsamkeit, innere Leere, Wut)
Belohnung/Betäubung (kurzzeitig „endlich Ruhe“, „endlich etwas fühlen“, „endlich abschalten“)
Bindungs- und Beziehungsmuster (Nähe/Distanz, Konflikte, Verlustthemen)
Selbstwert & Identität („Ich kann nichts…“, „Ich bin nicht genug…“)
Trigger & Kontext (bestimmte Orte, Zeiten, Personen, Social-Media-Routinen)

Gerade diese unbewussten Kopplungen sind der Punkt, an dem Hypnosetherapie oft besonders wirksam sein kann: nicht nur Verhalten bekämpfen, sondern die innere Funktion dahinter verändern.

Hypnosetherapie: Wie ich dich unterstützen kann

Hypnose ist kein „Wegmachen per Zauber“. Sie ist ein Zustand fokussierter Aufmerksamkeit, in dem du neue innere Verknüpfungen lernen kannst – direkt dort, wo automatische Impulse entstehen. Hier kann Hypnose in Kombination mit Verhaltenstherapie sehr hilfreich sein. Je nach Thema arbeiten wir typischerweise an:

Craving reduzieren (Verlangen wird schwächer, kürzer, besser steuerbar)
Trigger entkoppeln (Auslöser verlieren ihre Macht)
Neue Strategien verankern (Alternativen, die wirklich funktionieren – nicht nur „gute Vorsätze“)
Innere Konflikte lösen (ein Teil will aufhören, ein Teil klammert sich fest)
Emotionen anders regulieren (Beruhigung, Sicherheit, Selbstkontakt statt „Betäubung“)
Selbstwert und Stabilität stärken (damit Veränderung nicht nur „Disziplin“ ist)
Rückfallprophylaxe (Frühwarnzeichen, Notfallplan, souveräner Umgang mit Ausrutschern)

Wichtig: Es geht nicht darum, dich zu verurteilen – sondern darum, die Funktion der Sucht zu verstehen und sie durch etwas Gesünderes zu ersetzen, das dir wirklich gut tut.

Ablauf (typisch)

  1. Klarheit & Ziel: Was genau willst du verändern – und woran würdest du merken, dass es besser ist?

  2. Musteranalyse: Trigger, Situationen, innere Zustände, Nutzen der Sucht.

  3. Hypnotische Arbeit: Entkoppeln, Umstrukturieren, Ressourcen aufbauen, neue Reaktionen festigen.

  4. Alltagstransfer: Konkrete Übungen/Strategien, die zu dir passen – und die du realistisch umsetzt.

Wichtiger Hinweis bei starker stofflicher Abhängigkeit

Bei manchen Substanzen (z. B. Alkohol, Benzodiazepine, Opiate) kann ein abrupter Entzug medizinisch riskant sein. Wenn du körperlich abhängig bist oder starke Entzugssymptome hast, ist es wichtig, dass du ärztliche Begleitung und ggf. eine Suchtberatung/Entgiftung in Anspruch nimmst. Hypnosetherapie kann dann begleitend sehr sinnvoll sein (Craving, Stabilisierung, Rückfallprophylaxe, Ursachenarbeit) – aber nicht als Ersatz für medizinische Sicherheit.

Weiterführende Anlaufstellen

Wenn es akut/dringend ist

Telefon-Seelsorge (24/7, kostenlos): 0800 1110111, 0800 1110222 oder 116 123 · Telefon-Seelsorge
Notfall (lebensbedrohlich / starker Entzug): 112

Sucht & Drogen Hotline (bundesweit, kostenpflichtig)
Tel.: 01806 313031, täglich 8–24 Uhr · BiÖG

BZgA Info-Telefon Suchtvorbeugung (bundesweit)
Tel.: 0221 892031 (Zeiten je nach Wochentag) · caritas

Solingen

Caritas Suchtberatung Solingen
Ahrstraße 9, 42697 Solingen
Tel.: 0212 231349-30 · DHS

JUDRO (Jugend- und Drogenberatung anonym e. V.)
Kasinostraße 65, 42651 Solingen
Tel.: 0212 204454 (alternativ 0212 204405) · Judro Solingen

Wuppertal

Caritas Suchtberatung (Ambulante Rehabilitation Sucht)
Kasinostraße 26, 42103 Wuppertal · Tel.: 0202 38903-4010 · Caritas Wuppertal/Solingen

Drogenberatung Wuppertal (Beratungsstelle für Drogenprobleme e.V.)
Zollstraße 4, 42103 Wuppertal · Tel.: 0202 69 75 81-0 · Drogenberatung Wuppertal

Blaukreuz-Zentrum Wuppertal (Suchtberatung)
Kleiner Werth 34, 42275 Wuppertal  · Tel.: 0202 25027930 · Blaues Kreuz

Suchthilfe Wuppertal gGmbH (Zentrale)
Hünefeldstraße 10a, 42285 Wuppertal · Tel.: 0202 976 85-0 · Suchthilfe Wuppertal

Remscheid

Diakonie – Fachstelle Sucht Remscheid
Schulgasse 1, 42853 Remscheid · Tel.: 02191 591600 · Diakonie Remscheid

Haan

Diakonie – Suchthilfe BIZ / Suchtberatung & Gesundheitsförderung
Steinhof 3a, 40699 Erkrath · Tel.: 0211 889 373 25 oder 0211 – 300 360 210 · Diakonie Düsseldorf-Mettmann

Hilden

Suchthilfe Hilden – SPE Mühle Sozial gGmbH
Nove-Mesto-Platz 3D, 40721 Hilden  · Tel.: 02103 78924-50 · Spe Mühle

Langenfeld (Rheinland)

AWO Suchtberatung Monheim/Langenfeld
Solinger Str. 86, 40764 Langenfeld  · Tel.: 02173 21444 · Langenfeld

LVR-Klinik Langenfeld – Ambulanz für Abhängigkeitserkrankungen
Kölner Str. 82 (Haus 39), 40764 Langenfeld · Tel.: 02173 102-2155 · LVR-Klinik Langenfeld